Vom Rohstoff zum Hut
Hüte werden aus Haarfilzen oder wie die Mützen aus Stoffen produziert. Das Filzen ist eine uralte Textiltechnik, die von nomadischen Völkern erfunden wurde. Noch heute dienen den Bewohnern der Steppen Asiens mächtige Kegel aus Filz als Zelte.
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts wurden Filzhüte fast nur aus Schafswolle angefertigt. Heutzutage werden zur Haarfilzproduktion vorwiegend Hasen- und Kaninchenhaare verwendet, weil sich diese Haare durch ihre Konstruktion am besten zum Filzen eignen.
Den Grund hierfür sieht man erst bei 300facher Vergrößerung: Das einzelne Haar sieht dann aus wie ein Tannenzapfen. Durch die kleinen Schuppen verhaken sich die einzelnen Haare bei der weiteren Verarbeitung untereinander bis sie ein festes gewebeartiges Material ergeben.
Zur Herstellung eines Hutes werden 100 bis 200 Gramm Haare benötigt. Das entspricht ungefähr drei Kaninchenfellen.
Die Haarmischung wird in der sogenannten Fachmaschine, die Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde, auf einen perforierten Metallzylinder gesaugt, der sich dreht. Dadurch entsteht ein dünner Rohstumpen, der anschließend unter Einfluss von Wärme und Feuchtigkeit gewalkt und so auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe reduziert wird.
Schließlich wird der Stumpen gefärbt und appretiert, also mit Stärke besprüht, wodurch er seine Formfestigkeit erhält.
Grundstoff des Wollfilzes ist Schafswolle. Die Wolle wird gereinigt und teilweise mit Chemiefasern vermischt. Diese Mischung bestimmt die Qualität des Filzes wie z.B. Melange. Dann wird ein dünner Wollflor hergestellt, der auf eine sogenannte Krempelmaschine aufgewickelt wird. Die weiteren Arbeitsgänge sind mit denen des Haarstumpens identisch.
Der Stumpen wird nun ausgestossen. Rand und Kopf werden vorgeformt. Seine endgültige Form erhält der Hut, indem er auf eine Form gezogen oder gepreßt wird.
Beim Herrenhut wird nun in der Regel ein Lederband eingenäht, vielfach aber auch ein Stoffband, um den Hut weicher zu gestalten.
Anschließend wird der Hut garniert, das heißt, ein Band wird aussen aufgenäht. Je nach Stilrichtung wird der Hut noch mit einem Einfass versehen.
Beim Damenhut wird ein weiches Futterband eingenäht und ebenfalls garniert. Viele Hüte erhalten auch ein Innenfutter. Um einen feinen, weichen und trotzdem strapazierfähigen Filzhut entstehen zu lassen, sind fast 70 Arbeitsvorgänge erforderlich.
Strohhüte werden meistens aus pflanzlichen Fasern hergestellt. Am häufigsten werden Sisalhanf, Palmblätter und Seegras verwendet, die aus China und Südamerika stammen.
Die Blätter werden gespalten und getrocknet. Ihre Stärke bestimmt die Qualität des Stumpens. Je nach Pflanzentyp und Flechttechnik entstehen unterschiedliche Formen und Optiken. Aus den Fasern werden zunächst Rohlinge (Stumpen) geflochten.
Der so entstandene Rohling wird schießlich geformt, mit einem Innenband aus Leder oder Stoff versehen und mit einem Band garniert.
In den letzten Jahren werden auch immer häufiger Papierqualitäten wie z.B. Paper oder Treccia Carta für leichte Sommerhüte verarbeitet. Diese oft feinen Flechtungen sind weich und je nach Ausrüstung sogar rollbar.